Markus Röder

date_rangeDienstag Oktober 22, 2019

Meine ältere Schwester hatte vor 30 Jahren ein Institut für natürliches Heilen gegründet und dafür ein Schloss gepachtet. Sie bot mir an, in der Übergangszeit als Organisator zu helfen und natürlich sagte ich ja. Wer will schon die Chance verpassen auf einem Märchenschloss zu leben und zu arbeiten. Ich wurde der junge Kalfaktor des Teams, kümmerte mich um Technik und Organisation und machte ab und an auch mal Schlossführungen oder schnitt den Efeu in 15 m Höhe. Doch interessant wurde es erst, als eine Ärztin zu uns ins Team kam, die krebskranke Patienten mitbrachte, welche mit einer Therapie, die fast ausschließlich auf Ernährungsbasis stattfand, tiefgreifende Prozesse auslöste. Bei ihren Klienten und bei mir. Denn während der Heilprozesse der Klienten änderte sich auch deren psychologischer Zustand. Und das war schwer auszuhalten. Heute würde man das eine Heilkrise nennen. Die psychologische Betreuung durch die Ärzte war nicht immer ausreichend. Ich jedoch war immer irgendwie greifbar. Und so erzählten mir die Klienten ihre Probleme. Und ich war damit zuerst hoffnungslos überfordert. Die Wissenschaft hatte mich darauf nicht vorbereitet.

Lösungssuche

Also machte ich mich auf und überlegte, was ich wohl anderes tun könnte. Ich dachte immer lösungsorientiert und suchte neue Wege. Und so kam ich mit vielen Zufällen nach Indien, um dort Yoga- und Meditationslehrer zu werden. Und hier trafen sich in meinem Kopf plötzlich zwei völlig unterschiedliche Welten, die versuchten gleichzeitig an derselben Stelle im Gehirn zu sein. Wäre ich nicht durch die Zeit im Schloss schon ein wenig vorbereitet gewesen, wäre ich wohl mit wehenden Fahnen auf und davon gezogen. Doch auch so hatte ich nach zwei Wochen Götter und Spiritualität und Singen die Nase so voll. Es war auch körperlich anstrengend und das Tagesprogramm ging von fünf Uhr morgens bis 11 Uhr abends mit einer Stunde richtiger Pause. Mein Denken produzierte Widerstand indem es mir einflüsterte, dass es doch nichts anderes sei als Gehirnwäsche, was da bei mir passierte. Allerdings konnte ich mir einige Dinge nicht erklären. Diese könnten ein ganzes Buch füllen und waren teilweise wirklich sehr bizarr. Ich hatte zum Beispiel eine eigene Heilkrise. Mein Körper häutete sich. Ich hatte einen Hautauschlag, der meinen ganzen Körper aufplatzen lies. Ein Arzt war nicht in der Nähe, doch einer der Yogalehrer meinte, das wäre meine Häutung, die körperlich etwas reinigte, was Teil meines alten Bewusstseins war. Spannenderweise war meine Haut nach einem Bad im Meer und einen tiefen Schlaf im Tempel plötzlich wieder fast völlig in Ordnung, das Fieber vorbei und ich konnte fast ohne Unterbrechung wieder die Tortur der Ausbildung mitmachen. Und das alles passierte innerhalb von 36 Stunden!

Trotzdem packte ich nach zwei Wochen meine Sachen und wollte schon gehen, als mein Zimmerkollege mir sagte, ich solle doch noch heute Abend bleiben, da ein Physiker aus Stanford einen Vortrag zum Thema Physik und Spiritualität halten wird. Das würde doch für mich passen. Und so war es auch. Meinem Bewusstsein öffnete sich durch diese feinfühligen und lehrreichen Erklärungen von Amit Goswami plötzlich eine neue Welt. Es fühlte sich wie eine Erleuchtung für mich an. Ein tiefes Verstehen von Aspekten, die ich bisher nicht zusammengebracht hatte. Das Verständnis, dass alles miteinander verbunden ist und es eine wissenschaftliche Basis dafür gibt. Damit war meine Lebensaufgabe geprägt. Ich wollte diese Verbindung sein zwischen Wissenschaft und dem was in der spirituellen Erfahrung der Menschen existiert.

Also machte ich mich viele Jahre lang auf den Weg und lernte. Ich vertiefte Yoga, meditierte täglich, fand Wissenschaftler und spirituelle Lehrer.   Ich wurde Kommunikationstrainer und Coach fürs Business. Ich lernte mentales Training und reiste zu den Schamanen dieser Welt. Erst als mein Sohn zur Welt kam, nahm diese Phase des Lernenden ein langsames Ende und ich begann mein Wissen weiterzugeben.

Wie alles, was in meinem Leben Umbrüche brachte, sind auch die Methoden teils durch Forschung, aber auch durch Zufall entstanden. Und doch ist es perfekt ein Teil meines Lebenswegs. Ich verbinde Wissenschaft, Coaching Wissen, mentales Training und Energiearbeit auf eine einzigartige Art und Weise. Die Methoden können von jedem angewandt werden und sammelt doch die Erfahrung unterschiedlicher Generationen von Lehrern.

Heute bin ich Coach und Trainer, lebe mit einer Schamanin zusammen und führe Menschen in die Veränderung. Ich arbeite sowohl mit Unternehmen, als auch mit Klienten, die zu mir kommen und es ist die Berufung, die ich viele Jahre gesucht und dann mit viel Herzblut aufgebaut habe.




Stichworte  
keyboard_arrow_up