Zum Inhalt springen

Januar 2020

Luft und Atem

Lunge und Trauer

Die Lunge und das Gefühl Trauer gehören eng zusammen. Bessere Atmung, kann Angstgefühle lösen und Trauer schneller bewältigen. Hingegen kann nicht verarbeitete Trauer zu Lungenkrankheiten führen, welche auch erst in folgenden Generationen sichtbar wird. Ein komplexes Thema. Daher ist folgender umfangreiche Artikel in mehrere Bereiche aufgebaut.

  • Lunge Anatomie und wichtigste Bereiche
  • Molekulare Prozesse
  • Lunge und Gefühle
  • Die Trauer

Zitate zum Thema:

Zitat

Achte auf Pausen – die Pause zwischen zwei Gedanken, die kurze Pause zwischen den Worten eines Gesprächs, zwischen den Tönen beim Klavier- oder Flötenspiel, auf die Pause zwischen Ein- und Ausatmen. Wenn du diesen Pausen Aufmerksamkeit schenkst, wird aus dem Gewahrsein von »etwas« einfach Gewahrsein. Die gestaltlose Dimension reinen Gewahr seins steigt in dir auf und tritt an die Stelle der Identifikation mit Form.

Eckard Tolle

Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl, das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten.

Andreas Tenzer

Lunge und Trauer – Anatomie der Lunge

Grundaufbau

Die Lunge ist ein der Atmung dienendes, paarig angelegtes Organ. Es nimmt Sauerstoff aus der Atemluft auf und transportiert Kohlendioxid als Endprodukt des Körperstoffwechsels ab. Echte Lungen kommen beim Menschen und bei den luftatmenden Wirbeltieren vor.

Die Lungen sind paarig: Aufgrund der asymmetrischen Lage von Herz und Herzbeutel sind die linke Pleurahöhle, und damit auch die linke Lunge, etwas kleiner als die rechte.
Dafür gibt es auch unterschiedliche Herzlappen: 3 rechts – 2 links. Jedes Segment hat im Allgemeinen die Form einer Pyramide, deren Spitze zum Hilum weist.

Die Bronchien

Lunge und Baum sind wie zwei konträre Teile des Ganzen und beide reagieren gleichermaßen auf Luftverschmutzung.

Der Atem fließt über die Trachea zu den Verzweigungen der Bronchien. Dieser wird auch Bronchialbaum genannt. Die Hauptbronchien teilen sich auf in die Lappenbronchien – rechts in drei Lappenbronchien: Bronchi lobares superior, medius und inferior und links in die Bronchi lobares superior und inferior. Diese teilen sich dann noch in weitere kleinere Bronchien.

Alle Bronchien besitzen in ihrer Wand als Strukturmerkmale Knorpel, Drüsen und glatte Muskulatur. In der Trachea und den Bronchien werden die luftführenden Hohlräume von Knorpelspangen offengehalten. In den kleineren Bronchien ist dafür eine dickere Schicht aus glatter Muskulatur mit vereinzelten Knorpeln.

Die Alveolen

Die Alveolen sind der Ort des Gasaustausches (O2 gegen CO2) und bilden eine Gesamtoberfläche von ca. 140 m2. Der Ausausch findet nur durch den Gasdruck statt. Die oberflächliche Alveolarwand ist von Alveolarepithel bedeckt.

Die mit Luft gefüllten Räume besitzen um sich herum ein Kapillarnetz. Bindegewebe trennt die einzelnen Bereiche. Dieses fühtn die Kapillaren und sichern damit den Funktionserhalt der Blut-Luft-Schranke.

Neben dem Lungenkreislauf für die Alveolen, werden die Bronchien mit eigenen Blutgefäßen versorgt.

Alveolarmakrophagen

Die Alveolarmakrophagen zählen zum Monozyten-Phagozyten-System. Ihre Aufgabe ist es Staubpartikel, Keime und tote unbrauchbare Zellen in und außerhalb der Alveolen zu beseitigen. Nach erfolgter Phagozytose wandern die Alveolarmakrophagen in die mit Flimmerepithel ausgestatteten Luftwege, wo sie mit dem Schleimfilm transportiert werden. Die Alveolarmakrophagen können allerdings auch in das Bindegewebe des Lungenparenchyms migrieren.

Embryologie der Lungen

Schon am 26. Schwangerschaftstag sind grundlegende Atmungsbereiche angelegt. Am Ende des ersten Schwangerschaftsmonats gibt es dann fünf Säckchen, die den fünf Lungenlappen entsprechen. Innerhalb weniger Wochen (bis 17. SSW) entsteht nach und nach der gesamte Bronchialapparat.

Am Ende der Schwangerschaft entstehen die ersten Lungenbläschen (20%). Erst nach der Geburt entsteht der Rest. Im Mutterleib füllt eine Flüssigkeit füllt alle Teile der ungeborenen Lunge aus. Während der Geburt wird die Lunge im Geburtskanal regelrecht ausgepresst. Dies erleichtert dem Neugeborenen, die Lunge mit Luft zu füllen.

Das Zwerchfell – Stichpunkte

  • Die drei Zwerchfelle: Schädelzwerchfell, Brustkorbzwerchfell, Beckenzwerchfell sind miteinander irgendwie verbunden. Eine Bewegungseinschränkung eines Zwerchfells beeinträchtigt die anderen. Mittleres dirigiert die anderen.
  • Gesund: 18 Exkursionen pro Minute = Tag 25000x
    • Wenn das nicht klappt-> Verdauungs und Ausscheidungsorgane beinträchtigt
  • Kräftigster Muskel im Körper und drückt Leber, Milz und Darm zusammen
  • Gallenfluss wird dadurch gelenkt
  • M.Psoas  ist an L2 (und L1) (Höhe Schambein)  gekoppelt und wird auch dem Nierenmeridian zugeordnet – Wirkt sich auf Hüftbeweglichkeit aus (Liegen und nachaußen drehen) – siehe auch Klimakterium
  • Der Quadratus lumborum zählt zum Dickdarmmeridian
    Themen : Ausscheiden und Loslassen. ->oft Ausatemschwierigkeiten
  • Herzstechen, kann auch durch eine Schwellung der Rippenknorpel am Sternalansatz entstehen.

Luftröhre

  • Wiederholung der Wirbelsäule, stabile und bewegliche Elemente
  • Korpelspangen geben Halt

Der  Psoas

Auf beiden Seiten der Wirbelsäule entspringend, umspannt der Psoas seitlich vom 12. Brustwirbel (T12) jeden der 5 Lendenwirbel. Von dort verläuft es abwärts durch den Unterbauch, das Becken und endet am oberen Ende des Femur (Oberschenkelknochen). 

Der Psoas ist der einzige Muskel, der die Wirbelsäule mit den Beinen verbindet. Er ist für unsere aufrechte Haltung verantwortlich und ermöglicht es, unsere Beine beim Gehen anzuheben. Ein gesund funktionierender Psoas stabilisiert die Wirbelsäule und, unterstützt vom Rumpf, bildet er eine Art Ablage für die lebenswichtigen Organe des Unterbauchs.

 Der Psoas ist durch Faszien mit dem Zwerchfell verbunden, die sowohl den Atemreflex wie einen Angstreflex auslösen können, denn der Psoas ist unmittelbar mit dem Reptiliengehirn, dem ältesten Teil des Hirnstamms und des Rückenmarks, gekoppelt. Schon lange bevor sich Sprache oder die höhere Organisationskapazität des Cortex entwickelten, hielt das Reptiliengehirn, das für seinen Überlebensinstinkt bekannt ist, die essentiellen Kernfunktionen aufrecht.

Wirkung des angespannten Psoas

 Unser schnelllebiger moderner Lebensstil (mit ständigem Ansturm von Adrenalin auf unser sympathisches Nervensystem) bewirkt ein chronisches Triggern und Straffen des Psoas – und macht uns damit im wörtlichen Sinn bereit zu rennen oder zu kämpfen. Die Muskelkraft des Psoas hilft, in Aktion zu treten – oder sich zum Schutz wie ein Ball zusammenzurollen.

 Spannen wir ständig, bedingt durch Stress oder Anspannung, den Psoas an, kann der Muskel irgendwann eine Vielzahl von schmerzhaften Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Ischias, Bandscheibenprobleme, Spondylose, Skoliose, Hüft-Degeneration, Knieschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Verdauungsproblemen auslösen.

 Ein angespannter Psoas erzeugt nicht nur strukturelle Probleme, er engt die Organe ein, übt Druck auf die Nerven aus, hindert den Bewegungsfluss und beeinträchtigt die Zwerchfellatmung.

 In der Tat ist der Psoas so unmittelbar an den grundlegenden physikalischen und emotionalen Reaktionen beteiligt, dass ein chronisch angespannter Psoas dem Körper kontinuierlich Gefahr signalisiert. Irgendwann können sich dabei die Nebennieren und das Immunsystem erschöpfen.

Diese Situation wird durch viele Dinge in unserem modernen Lebensstil verschärft, von Autositzen zu einengender Kleidung, von Stühlen zu Schuhen, die unsere Haltung beeinträchtigen, die natürlichen Bewegungsabläufe verändern und dabei unseren Psoas verkrampfen.

Der erste Schritt zur Pflege eines gesunden Psoas ist unnötige Spannungen und Stress abzubauen. Doch um mit dem Psoas „zu arbeiten“, sollte man nicht versuchen, die Muskeln zu kontrollieren. Die Wachheit aller Sinne zu kultivieren ist die Botschaft. Dies beinhaltet die bewusste Wahl, Achtsamkeit für seinen Körper zu entwickeln.

Der entspannte Psoas

Ein entspannter Psoas ist ein Zeichen von spielerischem und kreativem Ausdruck. Statt eines verkrampften Psoas, stets bereit zu rennen oder zu kämpfen, ist der entspannte und geschmeidige Psoas bereit, sich zu dehnen und öffnen, um zu tanzen. In vielen Yoga-Übungen (wie z. B. dem Baum) können wir die Oberschenkel nicht vollständig nach außen drehen, solange der Psoas nicht entspannt ist und eine ständige Enge erzeugt. Ein gelockerter Psoas erlaubt es, die Vorderseite der Oberschenkel zu strecken und die Beine unabhängig vom Becken zu bewegen. Ebenso ermöglich er ein freies und vollständiges Aufrichten des Rumpfes und ein Öffnen des Herzens.

 Durch Förderung eines gesunden Psoas können wir wieder lebenswichtige Energien in unserem Körper entfachen, sobald wir lernen, uns an die Kräfte des Universums anzubinden. Innerhalb der taoistischen Tradition wird der Psoas der Sitz oder der Muskel der Seele genannt, er umgibt den unteren „Dan Tien“, das Hauptenergiezentrum des Körpers. Ein flexibler und starker Psoas ermöglicht subtile Energien durch die Knochen, Muskeln, Nerven und Gelenke fließen zu lassen.

 Der Psoas, von Energie durchströmt, verbindet uns mit der Erde. Wie ein Erdungskabel verhindert er Schocks und eliminiert Energiestagnation. Befreit und geerdet kann die Wirbelsäule und der zentrale Energiekanal (Sushumna) „erwachen“. Wie die Gravitationsströme das Gewicht durch Knochen, Gewebe und Muskeln in die Erde übertragen, schickt sie die Erde zurück und die Kräfte fließen in die Beine und in die Wirbelsäule. Sie energetisieren, koordinieren und beleben die Körperhaltung,  die Bewegungen, den Ausdruck, die Gefühle und Gedanken. Es ist ein ununterbrochenes Gespräch zwischen dem Selbst, der Erde und dem Kosmos.

Die Steuerung – Nervensystem

Durch den X Hiernnerv, vor allem den ventralen Vagus wird die die Lunge innerviert. Sein sensorischer Anteil meldet z.B. den Dehnungszustand der Lunke über spezifische Rezeptoren. Zu hohe sympathikotone Belastung erschafft Atemprobleme.

Zwerchfellatmung und verlängertes Ausatmen aktiviert das neurovegetative Gleichgewicht. Chemorezeptoren im Rückenmark registrieren die Zusammenstzung des Liquors und beeinflussen das Atemsystem. Chemorezeptoren  im Aortabogen messen das Steigen des CO2 Gehalts (Hypoxie)

Der CO2 Gehalt

Atem wird danach beurteilt wie stark C02 Gehalt ist. Es wird so geatmet, dass Co2 abnemen soll. Und nicht 02 aufnehmen.

Denn der vorrangige Zweck der Atemfrequenz ist, dafür zu sorgen, dass der CO2-Pegel einen optimalen Wert hat. Sinkt der CO2-Wert in der Lunge unter 3 % funktioniert der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr. Durch Regelung der Atemfrequenz und Atemtiefe hält der Körper eine Konzentration von etwa 6 % aufrecht. Ist der CO2-Wert zu hoch, vertieft oder beschleunigt die Atemsteuerung die Atmung. Es ist also in der Regel nicht der Bedarf an Sauerstoff, der eine Einatmung auslöst, sondern meist der Überschuss an CO2. Die Steuerung dieser Prozesse findet im Hirnstamm statt, kann aber im Gegensatz zum Herz auch bewusst beeinflusst werden.

Dies ist keine neue Erkenntnis. Die Yogis nutzen diese Methode schon seit mehreren 1000 Jahren und nennen dies Pranayama. Aber auch moderner Techniken, wie die Buteyko-Methode bedienen sich zur zum Beispiel zur Heilung von Asthma spezieller Atemtechniken. Diese Technik geht davon aus, dass Asthma ein Schutz vor zuviel CO2 im Blut sein könnte.

Weitere wichtige Infos in Stichpunkten

  • Der Gasaustausch wird durch den CO2 Gehalt im Blut reguliert. Also nicht durch die Menge an 02
  • Je besser man ausatmet, desto tiefer atmet man ein.
  • Schlafapnoe könnte ein Heilungsversuche vom System sein.

Lunge-Dickdarmmeridian und das Metallelement. Kontrollierende Lebensaspekte, Erschaffung des Bewusstseins, Lunge nimmt auf, Darm scheidet aus.

Weiterlesen »Lunge und Trauer
Der O-Effekt

Der „O“-Effekt

Erschienen in der Zeitschrift „Praxis Kommunikation“ 01/19 vom Jungfermann Verlag Warum funktionieren „Päckchen zurückgeben“ und chronologisch stark versetzte Lösungsangebote sowohl im eigenen Kontext als auch über die Generationen hinweg? Ein Erklärungsmodell. Im Miteinander zwischen Menschen bauen sich Ungleichgewichte auf, die… Weiterlesen »Der „O“-Effekt