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Systemische Familienaufstellung

Die systemische Aufstellungarbeit, bestehend aus Familienaufstellungen, Strukturaufstellungen und systemischen Ritualen, leite ich mit meiner Frau Claudia Siebler seit 20 Jahren. Unsere Angebote reichen von systemischen Coachings, einer systemischen Abendgruppe „Aufstellungskreis“, Aufstellungstagen, einer systemisch-schamanischen Aufstellungswoche „Urlaub für die Seele“ bis hin zu einer 3-jährigen Ausbildung zum systemischen Aufsteller.

Systemische Coachings für Einzelne und Teams

Wir bieten in Einzelarbeit die Möglichkeit, persönliche oder auch berufliche Anliegen in einem systemischen Coaching anzuschauen. Wir arbeiten auf Anfrage auch als Team im systemischen Coaching, wenn ein Anliegen einen zusätzlichen Repräsentanten benötigt. Als Team bieten wir auch Organisationsaufstellungen für Vereine, Teams und Unternehmen an. Melden Sie sich dazu gerne telefonisch bei uns.

Aufstellungstage in Bergisch Gladbach

Die Aufstellungstage mit Familienaufstellungen, systemischen Aufstellungen und systemischen Ritualen finden etwa alle 2 Monate an einem Samstag oder Sonntag in unserem Seminarraum in Bergisch Gladbach statt. Die Teilnahme ist sowohl mit einer Aufstellung des eigenen Systems möglich, als auch dadurch, sich als Stellvertreter für andere Aufstellungen zur Verfügung zu stellen. Siehe Aufstellungstage.

Was sind Familienaufstellungen?

Familienaufstellungen erschaffen ein repräsentatives Bild der Familie in der wir aufgewachsen sind. In diesem durch Stellvertreter erschaffenen Bild finden sogar die stellvertretenden Gefühle einen Platz. Also Gefühle, die nicht zu den Stellvertretern gehören , sondern in der ursprünglichen Familie vorhanden waren. Doch die Stellvertreter, die sich in diese Rolle hineinfühlen, können diese wahrnehmen und heilsam kommunizieren. Damit können alte Traumas in einem neuen Licht wieder so erlebt werden, dass es heilsam wird.

Fragen, die wir uns alle immer wieder stellen, sind: Woher komme ich? Wer bin ich eigentlich? Wo empfinde ich Zugehörigkeit? Wo stehe ich wirklich? Was sind meine Wurzeln, die mir Kraft geben und mich wachsen lassen? Wir alle wollen wissen, wer wir sind und woher wir kommen. Und in den Familienaufstellungen finden wir die Lösung.

Historie der systemischen Aufstellungen

Gregory Bateson und die Gruppe von Palo Alto

Eine der wohl wichtigsten Gruppen der systemischen Theorie scharrt sich um den Anthropologen und Ethnologen Gregory Bateson (1904-1980) und der von ihm mitbegründeten ‚Gruppe von Palo Alto‘ – zu der später auch Paul Watzlawick angehörte, der die moderne Kommunikationstheorie begründete.

Die Forschungsansätze der Gruppe basieren auf Konzepten aus der Systemtheorie und Kybernetik. Die wichtigsten Grundsätze dieses Ansatzes lassen sich kurz in wenigen Punkten zusammenfassen:

  • Kommunikation wird als Gesamtheit von relationalen, interaktiven Prozessen innerhalb eines Systems betrachtet. In diesem Erklärungsrahmen sind nicht die einzelnen, statischen Elemente innerhalb ausschlaggebend, sondern die dynamischen Vorgänge zwischen ihnen. Diese Prozesse verändern oder festigen die Struktur des Systems.
  • Offene Systeme werden darüber hinaus auch durch ihren Kontext bestimmt.
  • Jedes menschliche Verhalten, ob bewusst oder unbewusst, hat einen Kommunikationswert.
  • Kommunikation hat zwei Ebenen:
    Inhaltsebene
    Beziehungsebene – ist übergeordnet.
    Psychische Probleme beim Menschen gehen oft auf Störungen der Kommunikation innerhalb des Systems zurück.
  • Beide Kommunikationsebenen, also die des Inhalts, wie die der Beziehungsebene können in einer Metakommunikation kommentiert werden.

Batesons spezielle Theorie der Metakommunikation wurde durch das Beobachten von spielenden Tieren angestoßen. Die Information, die bei Bateson zur Kommunikationstheorie noch hinzukam, war unter anderem die Kontextebene. Warum wissen Tiere beim Spielen, dass sie den anderen nicht verletzen dürfen? Weil die Metaebene und der Kontext „Spiel“ jeder der Handlungen beeinflusst.

Das heißt: Wir rahmen jede Handlung in einen speziellen Rahmen. Dieses Konzept des Rahmens (frame) wurde von Erving Goffman weiterentwickelt und später eine wichtige Grundlage des NLP’s.

Das primäre Interesse der Gruppe von Palo Alto und damit auch das vorrangige Ziel ihrer Kommunikationstheorie lag in der Entwicklung einer kurzen und wirksamen Therapie von psychischen Erkrankungen, die ihrer Ansicht nach häufig durch Störungen der Kommunikation verursacht oder zumindest aufrechterhalten werden. So kann etwa (gemäß der bekannten Double-Bind-Hypothese) eine systematische Diskrepanz zwischen Kommunikation und Metakommunikation – wenn etwa eine Mutter bei der Interaktion mit ihrem Kind die Aussage „Ich liebe dich“ ständig mit (unbewusst) ablehnender Körpersprache kombiniert – bei einem Familienmitglied zu schweren Störungen bis hin zur Schizophrenie führen.

Virginia Satir

Virginia Satir (1916-1988) war eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen. Oft wird sie auch als Mutter der Familientherapie bezeichnet. Sie gilt als die Grande Dame der systemischen Therapie. Sie verband in ihrer Arbeit wesentliche Grundhaltungen der Humanistischen Psychologie mit den kommunikationstheoretischen Entwürfen der Palo-Alto-Gruppe. Eine wichtige systemische Frage von ihr war: „Was denken sie über sich, wenn Sie das denken?“ Mit dieser Frage öffnete sie eine metakommunikative Ebene.

Methodiken von Virginia Satir:

  • Familienskulptur
  • Familienrekonstruktion
  • Parts Party
    Diese macht Konflikte in der intrapersonellen Kommunikation sichtbar und zeigt damit Lösungsmöglichkeiten auf.

Durch diese „neuen“ Methoden können biographische Muster und transgenerationale Problemstellungen entdeckt und bearbeitet werden. Bert Hellinger hat in seinen Familienaufstellungen einiges davon übernommen.

Tom Andersen

Tom Anderson (1936-2007) war ein norwegischer Psychiater und Psychotherapeut, er entwickelte das sogenannte Reflecting Team. Dabei tauschen am Ende einer Therapiesitzung Therapeut und Klient(en) mit dem Co-Therapeuten-Team die Plätze. Therapeut und Klient(en) beobachten nun, wie das Co-Therapeuten-Team das bisherige Geschehen aus ihrer Sicht in einer hilfreichen und unterstützenden Art und Weise reflektiert. Dies bringt auf verschiedenen Ebenen mehr Transparenz und Vertrauen und erweitert die Sichtweisen um eine Meta-Meta-Kommunikationsebene. Für Gruppen von Coaches/Therapeuten kann dies eine Möglichkeit der Supervision mit Ihren Klienten sein. Gunther Schmidt nutzt diese Methode in ähnlicher Form in seiner Klinik, in dem Klienten und Coaches zu regelmäßigen Treffen gemeinsam zusammenkommen und den Therapieweg kommentieren.

Psychodrama nach Moreno

Leider wird oft vergessen, dass die Aufstellungsarbeit auch noch einer anderen sehr alten Tradition entstammt, die in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem durch Jacob Levy Moreno (1889-1974) begründet wurde. Moreno war ein österreichisch-amerikanischer Arzt, Psychiater und Soziologe. Er nannte seine Methode Psychodrama. Durch seine Vorliebe für das Theater inspiriert und als Gegenbewegung zur Psychoanalyse mit ihrem statischen Setting und ihrer rein verbalen Orientierung, ließ Moreno die Patienten ihre Konflikte szenisch auf einer Bühne mit Stellvertretern darstellen. Morenos Anliegen war es, Menschen in Bewegung zu bringen, und ihnen dadurch zu helfen, Problemkontexte durch Veränderung der Perspektive (z. B. Rollentausch, Spiegeln) besser zu verstehen und neue, bisher nicht genutzte Verhaltensmöglichkeiten kennen zu lernen und zu erproben.

Schule von Milwaukee mit Insoo Kim Berg und Steve de Shazer

Beide konzipierten in Milwaukee eine lösungsorientierte bzw. lösungsfokussierte Therapie. Grundlegend beeinflusst vom österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein geht dieser Ansatz davon aus, dass Problem und Lösung zwei verschiedenen Kontexten angehören. Die Problemstellung tritt in den Hintergrund, ebenso die Familie als System mit den Familienmitgliedern als Elementen. Im Gegensatz zu Hellingers Familienaufstellungen bekommt die Lösung mehr Bedeutung als das Problem.

Helm Stierlin und die Heidelberger Schule

Der deutsche Psychoanalytiker und Pionier der Familientherapie Helm Stierlin (1926) war Inhaber des Lehrstuhls für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie und hat wesentlich zur Etablierung und Weiterentwicklung der systemischen Therapie in Deutschland beigetragen. An der Universität Heidelberg versammelte er verschiedene junge und interessierte Therapeuten um sich – die Heidelberger Schule. Zu Stierlins Mitarbeitern zählten Arnold Retzer, Gunther Schmidt, Fritz B. Simon und Gunthard Weber, die heute zu den bedeutendsten systemischen oder hypnosystemischen Therapeuten gehören.

Thea Schönfelder

Thea Schönfelder (1925) ist eine deutsche Psychiaterin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Frau in Deutschland mit einem Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie, sie gilt als Pionierin der Familientherapie und Familienaufstellungen. Von Virginia Satir übernahm sie den spielerischen Umgang mit Form und Haltung in die Familientherapie. Sie ließ zum Beispiel den Satz „Ich häng’ an Dir“ realistisch darstellen. Rasch wurde den Beteiligten deutlich, dass eine derartige Beziehung für beide zur Belastung geworden war. In der Schönfelder’schen Familienskulptur stellt ein Betroffener die anderen Beteiligten derart auf, wie sie seiner Meinung nach zueinanderstehen. Jeder bleibt schweigend kurze Zeit in der vorgegebenen Haltung und wird danach befragt, wie es ihm oder ihr in ihrer Position ergangen ist. Das Abfragen der persönlichen Wahrnehmung erfolgt in derselben Art und Weise, wie es später in Familienaufstellung und Strukturaufstellung üblich geworden ist. Danach können die Beteiligten spontan eine bessere Position wählen und werden erneut abgefragt. Letztendlich erfahren dadurch alle Mitglieder eines Systems mehr über sich selbst und auch über die anderen Mitglieder des Systems.

Ivan Böszörményi-Nagy

Ivan Böszörményi-Nagy, ungarischer Arzt und Psychotherapeut (1920-2007), gründete mit Geraldine Spark eines der ersten Forschungszentren für Familientherapie. Er entwickelte die Mehrgenerationen-Perspektive und den Gerechtigkeitsausgleich. Beides sind heute wesentliche Grundlagen der Aufstellungsarbeit. Er war der Begründer der „kontextuellen Therapie“ und spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Ausdifferenzierung des familientherapeutischen Feldes. Sein Ansatz war vor allem auch in Deutschland einflussreich, wo er viele Anhänger hatte und im Laufe der Jahre zahllose Workshops und Seminare abhielt.

Bert Hellinger

Bert Hellinger (1925) studierte Philosophie, Theologie und Pädagogik. Er entwickelte ab den 80ʼer Jahren die, teilweise umstrittenen, Familienaufstellungen aus der Erkenntnissen von Vorreitern wie Bateson, Watzlawick, Fritz Perls oder Virginia Satir. Er entdeckte grundlegende Ordnungsstrukturen in Familien, die in stark auf den Zusammenhalt der Sippe orientierten Kulturen, wie z.B. in Afrika und Asien, im Lebensalltag sehr präsent sind und in den „westlichen“, eher individualistisch ausgerichteten Kulturen erst neu entdeckt wurden. Das Familienstellen arbeitet dementsprechend vor allem mit den Bindungen und schicksalhaften Verstrickungen in Familien mit dem Ziel die guten Ordnungen der Liebe wieder zu finden. Auf emotionale Beziehungen und kommunikative Muster geht das Familienstellen nicht ein. Das Verfahren ist eher rituell, es geht um Bindung (zur Herkunftsfamilie), um den angemessenen Platz in der familiären Ordnung, um Zugehörigkeit und den Ausgleich von Geben und Nehmen. Die Konstellation der über Stellvertreter repräsentierten Personen und das an die aufgestellte Position gebundene Erleben der Stellvertreter geben dem Leiter Hinweise auf Störungen im Ordnungsgefüge dieses aufgestellten Systems. Durch schrittweise Veränderung der Aufstellungspositionen bis alle beteiligten Stellvertreter einen „guten Platz“ haben und durch den sparsamen Einsatz von Sätzen, die vom Leiter vorgeschlagen werden und deren Zweck es ist, Dynamiken herauszuarbeiten und aufzulösen, kommt die Liebe im System wieder zum Fließen. Der Klient erfährt durch das Auftauchen der guten Ordnung regelmäßig ein verändertes inneres Bild seiner Familie mit heilsamen Wirkungen im inneren Erleben und oft auch im Familiensystem.

Weitere wichtige Namen der systemischen Welt:

Neben den genannten gibt es noch weitere Lehrer. Exemplarisch dazu:

  • Matthias Varga v. Kibet und Insa Sparrer
    entwickelten die modernen systemischen Strukturaufstellungen.
  • Gunther Schmidt
    entwickelte die moderne hypno-systemische und hypnotherapeutische Arbeit und wurde 2011 für sein Lebenswerk geehrt.
  • Daan van Kampenhout
    Einer unserer Lehrer ist ein Schüler von Bert Hellinger, der schamanische Rituale mit systemischen Aufstellungen verbunden hat.