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Burnout in sozialen Unternehmen

Ein offener Brief an einen (nicht genannten) Kunden von mir:

 

.. Alles in allem aber denke ich, dass das Seminar für die Teilnehmer hilfreich war und das alle ein notiertes Ziel für eine Verhaltensänderung und die nötige Motivation dazu mitgenommen haben. Das war so der Konsens des mündlichen Feedbacks.

Als Ergebnis war zu sehen, dass es Mitarbeiter bei Ihnen im Unternehmen gibt, die durchaus hart an der Grenze zum Burnout sind (Wie 30% der deutschen Arbeitnehmer) . Hier wären gezielte Coachings oder Trainings teilweise schon sehr wichtig, damit diese besser damit umgehen können.

Was ich gesehen habe war, dass die Mitarbeiter zu ca 50% versuchten über den Faktor des Zeit.-/Selbstmanagements ihren Stress in den Griff zu bekommen und das ist natürlich nur illusionäre Makulatur und wird für diejenigen nicht viel ändern. Ich könnte Ihnen bestimmt ein Drittel der Teilnehmer benennen, die in den  nächsten Jahren im Burnout landen, wenn diese nichts ändern.

Auch erkennbar aus diesem System ist, dass es nicht nur ein Problem des Einzelnen ist, sondern es eine Systematik Ihres Unternehmens zu sein scheint. Auch hier unterscheiden Sie sich nicht von anderen Unternehmen in helfenden Berufen. Doch gerade diese Unternehmen, die versuchen anderen zu helfen müssen besonders darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter nicht unbedingt die Hilfe brauchen, die Sie eigentlich anderen zur Verfügung stellen. Denn das ist ja gerade das Besondere in Ihrem Berufszweig. Viele Mensch, die sich einen Job suchen um anderen zu helfen, tun dies um auch sich selbst zu helfen. Denn laut Studien senkt das den Stresslevel. Doch die Erwartung wird meist nicht erreicht, da der Abstand zum Klientel leider viel zu weit entfernt ist oder dass auch Hilfsorganisationen effektiv und damit kapitalorientiert handeln müssen. Also leiden die Mitarbeiter doppelt und die Frauen darunter sogar dreifach:

  • Berufsbedinger Stress
  • Fehlende Stressreduktion
  • Doppelbelastung Familie und Beruf, weil ein hoher Frauenanteil in dieser Sparte ist.

Also ein Unternehmens/Team und Arbeitnehmerthema und das obwohl die Menschen in einem Umfeld arbeiten, den die meisten Menschen als einen Bereich des sinnvollen Arbeitens bezeichnen würden. Hier kann also nur die Geschäftsführung die Veränderung einleiten und den Menschen einen Raum geben, in der Veränderung möglich ist. Und es braucht eine Unternehmenskultur, welche Werte, die nach Außen maßgeblich kommuniziert werden auch im inneren des Unternehmens hoch gestellt werden.

Ich bedanke mich auf jeden Fall für den Auftrag und auch wenn mein Beitrag aus oben genannten Gründen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann, hat es mir sehr viel Freude bereitet bei Ihnen zu referieren und wünsche Ihren Mitarbeitern gute Umsetzung der erarbeiteten Ziele.

mit herzlichen Grüßen

Markus Röder